Archiv der Kategorie: VIDEOS

CICASATTVA (5.22)

Ohne den Weg des Übels zu verlassen, den Weg der Befreiung betreten. Und unter Beibehaltung falscher Ideen in die wahre Lehre eintreten. Derjenige geht zwar nicht in die tiefe Meditation ein, verläßt sie aber auch nicht.

DEN WIND FÄCHELN (5/22)

Wenn wir der Wirklichkeit der Zehntausend Dinge nachlauschen, müssen wir wissen, dass da unerschöpfliche Merkmale im Ozean und den Bergen liegen, und dass es viele verschiedene Welten in den vier Himmelsrichtungen gibt. Dies gilt nicht nur für die äußere Welt, sondern ebenso ist es wahr gerade hier unter unseren Füssen und in jedem einzelnen Tropfen Wasser.
Eihei Dogen Zenji

NASCHMARKT NÄCHTLINGS (1/22)

…Das weite Land des Seins, das Land, welches vor Sprache und Verstehen bereits existiert, bietet weit mehr Wirklichkeit…
Um es zu betreten, genügt eine gewisse Portion Absicht und eine Verbeugung. Es bedeutet einen Riesenvorteil, wenn man es mag. Das mögen bringt etwas Unbesiegbares mit sich.
Briant Rokyta
Koreanische Wölbbrettzither Kayagum auf Rollpiano,

NEW YEAR TALE 2022

Im neuen Jahr können wir wieder wählen zwischen den drei Arten des Denkens.
1. das westliche, das endlos Dualitäten postuliert.
2. das chinesische, dass in jedem Part der Dualität die Ergänzung des anderen offenbart.
3. das indische, dass davon ausgeht, dass die beiden Parts der Dualität ein und dasselbe sind.

Was mich betrifft versuche ich meinen Geist offen und wach zu halten.
Als Resultat höre ich alles Dissonante Konsonant.

Geschichten vorm roten Teppich (12/21)

Erfinden wir unsere eigene Sprache, Geliebter, und uns werden die Augen groß:
Dinge sehen wir dann, die niemand sah, Wege zwischen den Wolken, Lieder in den Weizenfeldern.
Unter die Röcke sehen wir dann dem Wind, wie seine Lippen das Wasser küssen.
Wir gehen dann ungezwungen, ohne Schuhe und nackt, wie unsichtbare Geister.
Worte und Lachen malen wir dann auf die Mauern in der Welt, während aus unseren Körpern die Liebe strömt,
sprudelnd, gluckernd, plätschernd wie aus Brunnen.
Gioconda Belli, nicaraguanische Schriftstellerin und Lyrikerin

ON STAVROS BEACH 9/2021

So weit ich mich erinnern kann bin ich blau zur Welt gekommen. Jahrzehnte später, nach bunten Treiben, bin ich auch einen blauen Tod gestorben. Ein überraschender Knick im milchig weissem Vollmondlicht. Jetzt bin ich zurückgekehrt, dorthin wo ich noch niemals war. In jene Bucht wo Anthony Quinn als Alexis Sorbas Sirtaki tanzte. Hier zeigt es sich wieder, in der Blau-heit sind großer Zweifel und große Zuversicht untrennbar miteinander verbunden. Ja, wir sind Wellen und alles andere mit uns

WEIL DAS WICHTIGSTE AM SIEB DIE LÖCHER SIND

Das Konzert, aufgenommen am 29.9.17, während der Ausstellung von Susanne und Michael Guzei, im Artopia Wien, markiert den Beginn meiner Beschäftigung mit dem Kamele n`Goni.

Gespielt aus dem Vertrauen des Anfängergeistes, dass bereits die kleinste Knospe die Vollendung an sich ist.  Dieses,  ursprünglich in Westafrika beheimatete Instrument, begleitet mich jetzt in einen neuen Abschnitt, in eine neue Lebensqualität.

Nach jahrzehntelanger Krankheit mit drastischen Auswirkungen gegen Ende zu, konnte die neue Hepatitis-C -Therapie gerade noch rechtzeitig mich schließlich gesunden lassen. Mit diesem neuen Lebensgefühl wechselte ich auch das mich begleitende Instrumentarium. Mein bisher bevorzugtes Musikinstrument, das Kayagum – die koreanische Wölbbrettzither – hat mich durch die energieschwache Zeit geführt und mich aufgebaut, durch meine Freude am Spiel. Diesem Lebensverlängerer, dem zwölffach besaiteten hölzernen Heiland gebührt mein aufrichtiger Dank.

Geschichten aus dem alten China erzählen Bestätigendes und dabei dreht sich kein Unsterblicher im Grabe um. In ihrem Bemühen um Lebensverlängerung praktizierten die taoistischen Eremiten das Hören des Ohrenlichtes, ein erleuchtendes nach Innen Hören. Zur Hilfe nahmen sie dabei die Gujin – die chinesische Wölbbrettzither.

Nun lehnt meine Zither aber  an der Wand und statt dessen erklingt die n`Goni zusammen mit der Fujara, einer slowakischen Obertonflöte. Die Kürbiskalebasse und der Holunderstamm.

Von Michael Guzei stammen alle fotografischen und videotechnischen Arbeiten.